Motocross Strecke Schlatt
Geschichte, Entstehung und Besonderheiten
Wissenswertes über die Motocross Strecke in Schlatt, einen aussergewöhnlichen Lebensraum für Mensch und Tier: von der Entstehung über die Hindernisse bis zur Abstimmung der Gemeindeversammlung von Schlatt TG über die Umzonung.



Motocross Schlatt und die Natur:
Seit über 10 Jahren ist die Motocross Strecke Schlatt in Betrieb. Erstellt wurde sie in Zusammenarbeit mit dem Amt für Natur des Kantons Thurgau. Beim Bau entstand zugleich ein Lebensraum für bedrohte Tierarten, die einen feucht-trockenen und/oder ruderalen Lebensraum brauchen. In den Zwischenräumen der Pisten liegen rund 50 Biotope und genau dieser ruderale Lebensraum. Dorthin fliesst das Wasser der Strecke ab, staut sich in unterschiedlich tiefen Biotopen und trocknet verschieden schnell ab. So beherbergt das Areal mehrere Tierarten, die vom Aussterben bedroht sind.

Motocross Schlatt - Bewilligungszeit, Schwierigkeiten und Argumente der Gegner:
Rund 8 Jahre dauerte das Bewilligungsverfahren der Strecke Schlatt. Der damalige Gemeinderat wollte die Entstehung der Motocross Strecke in Schlatt verhindern, sogar einen Probebetrieb, nach dem sich jeder selber objektiv eine Meinung bilden sollte, wurde vom damaligen Gemeinderat verhindert. Nur mittels Einsatz eines Anwaltes konnte man sich schlussendlich bis zu einer Abstimmung in der Gemeinde Schlatt durchringen, jedoch ohne dass man einen Probebetrieb hatte durchführen können. Dementsprechend war auch die Anspannung vor der Abstimmung, da die Gegner der Trainingsmöglichkeit mehrere Flugblätter verschickt hatten mit Warnung vor Landentwertung in der Gemeinde, ohrenbetäubendem Lärm und anderem. Nach der erfolgreichen Abstimmung und 8 Jahren Kampf, konnte die Motocross Strecke in Schlatt die erste Motocross Strecke in der Schweiz werden, mit Umzonung des Streckenareals auf eine eigens für den Motocross Sport generierte Sportzone für Motocross. Argumente der Gegnerschaft von ohrenbetäubendem Lärm, Entwertung des Baulandes und andere stellten sich als falsch heraus. Der Betrieb der Strecke ist im Dorf Schlatt weder messbar noch wahrnehmbar. Die Gegner sind jedoch dieselben geblieben...


Der Dank für die Realisierung der Strecke geht an: Max Möckli, Walter Junker, Dr. Michael E. Dreher und Bruno Bär.
Bis zur Bewilligung waren viele Hindernisse zu überwinden, zum Beispiel diese Flugblätter, die vor der Abstimmung über die Umzonung in der Gemeinde verschickt wurden:




Einige der Einsprachen waren auch interessant:


Erst kam die Ablehnung, erst mit Hilfe von Dr. Michael E. Dreher und Bruno Bär konnte am Ende ein positiver Entscheid erwirkt werden:


Am Ende dann die endgültige Abstimmung über die Umzonung zur ersten Motocross Sportzone in der Schweiz:

Von der Kiesgrube zur Sportzone
In den 1990er-Jahren wurde die Gishalde zur Abbauzone erklärt, und auf der Flur gewann man hauptsächlich Kies. Nach dem Abbau und dem Wiederauffüllen hätte das Land eigentlich zurück in die Landwirtschaftszone gehen sollen.
2006 entschied die Gemeindeversammlung anders und wies die Grube der neu geschaffenen «Sportzone Gishalde» zu. Kantonal gilt die Fläche von 22'291 m² als Zone für spezielle Sportanlagen, massgebend ist seither der Gestaltungsplan «Gishalde» aus demselben Jahr.
In den Jahren 2016 und 2017 wurde dieser Plan überarbeitet, unter anderem bei den Betriebszeiten; die Gemeinde legte dazu einen Planungsbericht vor.



Häufige Fragen zur Geschichte der Motocross Strecke Schlatt
Wie lange dauerte die Bewilligung der Strecke?
Rund acht Jahre vergingen bis zur entscheidenden Abstimmung über die Umzonung. Der damalige Gemeinderat verhinderte sogar einen Probebetrieb, erst mit einem Anwalt kam es schliesslich zur Abstimmung in der Gemeinde.
Was war die Gishalde, bevor die Strecke entstand?
Vor der Strecke war die Gishalde eine Kiesgrube, ab den 1990er-Jahren lag sie in einer Abbauzone. Statt das Land nach dem Abbau wieder der Landwirtschaft zuzuführen, schuf die Gemeindeversammlung 2006 die Sportzone Gishalde.
Wie gross ist die Sportzone Gishalde?
Die Sportzone misst 22'291 m² und gilt kantonal als Zone für spezielle Sportanlagen. Grundlage ist der Gestaltungsplan «Gishalde» von 2006, der 2016 und 2017 überarbeitet wurde.
Haben sich die Befürchtungen der Gegner bestätigt?
Nein. Gewarnt wurde vor ohrenbetäubendem Lärm und einer Entwertung des Baulands, doch beides erwies sich als falsch: Im Dorf Schlatt ist der Betrieb der Strecke weder messbar noch wahrnehmbar.
Wem ist die Strecke zu verdanken?
Zu verdanken ist sie Max Möckli, Walter Junker, Dr. Michael E. Dreher und Bruno Bär. Nach einer ersten Ablehnung trugen Dreher und Bär dazu bei, dass am Ende doch ein positiver Entscheid zustande kam.
Plan, Regeln und Natur der Anlage in der Gishalde
Die Geschichte der Motocross Strecke Schlatt zeigt, wie aus einer Kiesgrube eine Sportzone und zugleich ein Lebensraum für bedrohte Tierarten wurde.
